Liebe Renje!
Du liest selektiv.
Die Befristung des Pflegezeitgesetzes auf 2 Jahre ist der Knackpunkt, der die Umsetzung nicht ermöglicht, denn Du mußt nach den 2 Jahren, wenn der Zustand des Pflegefalls egal in welcher Pflegestufe der Pflegefall sich befindet dann beginnen nachzuarbeiten, um Deinen" Kredit "sofort wieder abzustottern, ob das nun umsetzbar ist oder nicht.
Wenn es keinen Sterbefall oder keine Wunderheilung gegeben hat, dann hat sich die Situation aber meißtens verschlimmert in dieser Zeit.
Der Sinn jedoch sollte sein, den Pflegefall zuhause versorgen zu können und genau das wirst Du nach den 2 Jahren nicht mehr schaffen, sondern
das Loch wird immer größer statt kleiner. Der Angehörige hat sich aber in der Zeit schon an seine Bezugsperson gewöhnt, dessen Kräfte aber abgenommen haben dürften.
Das ist eine Kerze, die man an beiden Seiten anzündet.
Wenn in dem Gesetz stehen würde, daß man die Arbeitszeit solange verringern kann, wie man die Pflege gewährleisten muß und danach diese Zeit nacharbeiten müßte, dann würde diese Maßnahme wenigstens einen Sinn ergeben.
Ein Rechtsanspruch auf Reduktion des Arbeitsvertrages und mit günstigeren flexibel an die Situation angepaßte Wochen/arbeitszeit hätte Sinn gemacht.
Denn was nutzt es wenn man nach 10-15 Schichten und Dienstwechseln 7 Tage Zeit hat, so funktioniert ein Pflegefall nicht, den man neben der Arbeit
versorgen muß. Oder aber daß man seine Arbeitszeiten so verkürzen kann, daß man die tägliche Arbeitszeit verringern kann um die tägliche Versorgung zu gewährleisten,sowie daß sinnvolle Ruhezeiten eingerichtet werden, die eingehalten werden müssen.
Man muß den pflegenden Angehörigen nicht mehr Geld zugestehen, aber einen vernünftigen Zeitraum in dem die Pflege passieren soll/ kann.
Wenn Du dir die das in der Praxis vorstellst, dann kannst Du dir an 5 Fingern abzählen, wie das aussieht, wenn Du vom Spätdienst in den Frühdienst wechselst. Du fährst dann vor dem Spätdienst zur Versorgung hin und nach dem folgenden Frühdienst direkt.
Danach ist man gebügelt.
So kann man nicht haushalten mit seinen Kräften,und nach den 2 Jahren warscheinlich überhaupt nicht mehr.
Die Anspruchshaltung des Pflegefalls wird nicht geringer, wenn er daran gewöhnt ist, daß man sich 2 Jahre lang
die Zeit nehmen konnte und oftmals ist es die Anspruchshaltung, die den pflegenden Angehörigen besonders zu
schaffen macht und belastet.
Zudem kann man froh sein, wenn man nur 1 Elternteil zu versorgen hat und nicht noch die Schwiegereltern dazu.
Die Zukunftsaussichten sind alles andere als rosig.
Für die folgende Generation erst recht, die noch weniger Rente zu erwarten hat.
Wir sind gerade dabei unser Sozialsystem in seine Einzelteile zu zerlegen.
Mit den sinkenden Renten, wird das "Loch" immer noch größer.
Uns geht es warscheinlich vergleichsweise gut.
Herzlichst Fearn