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    Thema: zentrales Bettenbelegungsmanagement

    1. #1
      Junior-Mitglied Avatar von seebär
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      Standard zentrales Bettenbelegungsmanagement

      Hallo Zusammen,
      gibt es hier jemand in diesem Forum der Erfahrung mit einem zentralen Bettenbelegungsmanagement hat. Könnt Ihr mir Euere Erfahrungen mitteilen. Welches sind die Vorteile, gibt es evt.Stolpersteine? Belegt Ihr interdiziplinär und wie kommt das in der Praxis an? Wer leitet das Bettenmangement und mit welche Qualifikation?
      Im voraus schon mal Danke für Euere Antworten
      seebär

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    3. #2
      Senior-Mitglied Avatar von Philipp Tessin
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      Standard AW: zentrales Bettenbelegungsmanagement

      Wir haben eins.
      Vorteile:
      - zentrale Instanz, die den Überblick hat, wo Betten frei sind, so können geplante Aufnahmen und Notfälle gut aufeinander abgestimmt werden
      - Patienten bekommen relativ zeitnah ihr Zimmer zugewiesen

      Stolpersteine:
      - Zuweiser (nicht alle Hausärzte sehen es ein, ihre Patienten anzumelden, dann kann es eben doch mal zu Wartezeiten kommen)
      - Zusammenarbeit mit den Stationen und dem Bettenmanagement (wenn die Stationen ihre Entlassungen nicht zeitnah im PC pflegen, kann der Bettenmanager nicht sehen, wo Betten frei sind und dann auch nicht entsprechend planen)
      - Zusammenarbeit mit den Ärzten (Ärzte, die meinen sie müssten ihre OP-Termine nicht mit dem Bettenmanagement absprechen)
      -Wir versuchen möglichst nicht interdisziplinär zu belegen. Macht auch keinen Sinn (endlose Wege für die Ärzte bei den Visiten, Männer auf der Entbindungsstation usw. sind Dinge, die man vermeiden sollte). Aber falls eine interdisziplinäre Belegung notwendig ist, hat hier jemand den Überblick und kann das gut steuern (dass z.B. eben die Frau nach Abort nicht mit der frisch entbundenen zusammengelegt wird).
      Ansonsten ist die Akzeptanz im Haus gut, auch wenn natürlich die üblichen Machtspiele im Haus laufen (die haben viel weniger Pflege als wir usw.)
      Das Bettenmanagement ist eine Stabstelle, die von einem kaufmännischen Angestellten aus der Verwaltung geleitet wird. Denkbar sind aber natürlich auch andere Qualifikationen, aber bei uns im Haus hat sich das durch die entsprechende Person einfach angeboten.
      Gruß
      Philipp Tessin

    4. #3
      Junior-Mitglied Avatar von seebär
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      Standard AW: zentrales Bettenbelegungsmanagement

      Hallo Philipp,
      vielen Dank für Deine prompte Antwort. Liest sich ja ganz positiv. Das einzige was mich etwas stört ist, das hier die "Verwaltung" zum Zuge kam.Schade das sich niemand aus der Pflege dafür begeistern konnte. Wir geben immer alles aus der Hand !!!
      LG seebär

    5. #4
      Senior-Mitglied Avatar von Philipp Tessin
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      Standard AW: zentrales Bettenbelegungsmanagement

      Mit dem "die Pflege gibt immer alles aus der Hand" stimme ich sonst immer zu, aber in diesem Fall mal nicht ;-)
      Das hat sich einfach durch die Position und durch den Menschen ergeben, der sich vorher einfach schon viel um solche Dinge gekümmert hat. Der regelt einfach auch viele andere Dinge, z.B. wenns um die Abrechnung bei Überschreitung der oberen Grenzverweildauer geht usw.
      In diesem Fall, also in meinem Haus, hat sich das einfach angeboten. Aber prinzipiell, habe ich ja auch geschrieben, kann das auch die Pflege, oder aber auch z.B. ein Sozialarbeiter, machen. Je nach Gestaltung kann man z.B. das Case Management mit dieser Position verbinden. Denkbar ist vieles...
      Gruß
      Philipp Tessin

    6. #5
      Senior-Mitglied Avatar von Silvana
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      Standard AW: zentrales Bettenbelegungsmanagement

      Hallöle!

      Auch wir haben ein zentrales Bettenmanagement. Der Bettenmanager ist examinierter Krankenpfleger mit angeschlossenem Pflegemanagement- Studium. Ziel dabei ist es, dass nicht -wie früher durchaus üblich- in einer Abteilung die Patienten auf dem Flur liegen zu haben, während in einer anderen Abteilung Zimmer frei sind.
      Natürlich wird versucht, die Patienten auf die Kernstation zu legen, aber sollte diese belegt sein, werden nach und nach die anderen Stationen befüllt.
      Der Bettenmanager hat bei geplanten Aufnahmen bereits die Betten zugeteilt, so dass nach dem Durchlaufen der Zentralen Aufnahme die Pat. zügig ihre Zimmer beziehen können, bei Notfällen kann er ebenfalls dank enger Zusammenarbeit mit Ärzten und Stationen die passenden Betten organisieren. Eine deutliche Erleichterung der Pflege in der Zentralen Aufnahme.
      Nach anfänglichen Schwierigkeiten und Skepsis hat sich das Bettenmanagement inzwischen etabliert. Und die Pflegekräfte auf den Stationen haben sich auch an die fachfremden Pat. gewöhnt.

      Lieben Gruß
      "Es kann ja nicht immer regnen..."

    7. #6
      Poweruser Avatar von Joerg
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      Standard AW: zentrales Bettenbelegungsmanagement

      Wir haben seit ca. 6 Monaten ein zentrales Bettenbelegungsmanagment, zumindest im Bereich der Inneren Kliniken.
      Eingeführt wurde dies, da die Pat. vorher vom aufnehmenden Arzt verteilt wurden, den es nicht im geringsten juckte wie voll die Stationen waren, bzw. wie viele A3-Pat, die Stationen haben, ebenso wenig hat es die Docs gestört, ob die Station noch eine Verlegung von anderen Stationen/Intensiv bekommen, oder Einbestellungen angekündigt waren. Das hat nicht interessiert und wenn Herr oder Frau Doktor angerufen haben, hatte man zu parieren und in lauter Erfurcht den Pat. entgegenzunehmen.
      Dies hat sich jetzt komplett geändert! Der "Bettenmanager" ist ein exam. Krankenpfleger mit Stationsleitungsfortbildung, er hat im Vorfeld in einigen Kliniken, die so ein System bereits haben, hospitiert um sich die besten Dinge rauszusuchen und umzusetzen.
      Seit wir das "Bettenmanagment" haben ist die Verteilung der A3er deutlich gerechter (zum Leidwesen der kardiologischen Abteilung, wir Gastroenterlogen provitieren aber davon, nicht jeden nicht eindeutig zuzuordnenden internistischen A3er zu bekommen). Die Pat. werden rechtzeitig angekündigt, die Entschätzung der Pflegebedürftigkeit der Pat. ist korrekter (unsere Docs waren schonmal der Meinung, dass ein Pat. der selbst essen und trinken kann und rumläuft, aber inkontinent & verwirrt ist ein A1er ist ) und man bekommt keine 2-3 Zugänge hintereinander.
      Wir waren zum Anfang ein wenig skeptisch, aber dieses System hat sich eindeutig bewährt und kann eigentlich nur empfohlen werden.
      Freiheit ist immer Freiheit der Andersdenkenden.“(Rosa Luxemburg)


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