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#1 |
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Newbie
![]() Registriert seit: 04.02.2009
Beiträge: 16
Aufenthaltsland:
![]() Beruf: Kinderkrankenschwester
Bereich: Kindernephrologie, Endokrinologie, Pädiatrie
Funktion: Praxisanleiterin
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Hallo!
Ich arbeite inkl. Ausbildung seit 13 Jahren in der Kinderkrankenpflege, lange Zeit ohne die Station zu wechseln. Vor 2 Jahren bin ich dann aber in eine andere Klinik gekommen und hab mich sehr gewundert: Hier werden die Kinder nicht (nur) von den Ärzten sondern auch (vor allem) von den Pflegekräften abgehört! Am Anfang war ich sehr verwirrt und unsicher, ich hatte in meinem Leben noch nie ein Kind abgehört, es war auch nie Inhalt meiner Ausbildung (in einer dritten Klinik). OK, ich habe es mir dann zwangsläufig irgendwie angeeignet, aber so richtig wohl fühle ich mich damit immer noch nicht. Zumal es hier auch üblich ist, dass Inhalationsmedikamente wie Salbutamol als "Bedarf" und nicht fest angesetzt werden (das kannte ich bisher nur als feste Medikation). D.h., die Pflegekraft soll selbst entscheiden wann ein Kind obstruktiv ist und mit Salbutamol inhalieren muss. Die Ärzte hören die Kinder höchstens 1x am Tag (bei der Visite) ab, von den Schwestern/Schülerinnen wird es bei Atemwegserkrankungen mind. 1x pro Schicht erwartet. Wie ist das in anderen Kliniken? Ist das bei Euch auch so üblich? |
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#2 |
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Senior-Mitglied
![]() Registriert seit: 19.01.2009
Beiträge: 104
Aufenthaltsland:
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Du hast die Möglichkeit, die Delegation abzulehnen, falls du dich nicht dazu in der Lage fühlst.
Wenn du sie übernimmst, bist du verantwortlich. Was hilfrech wäre, wäre eine Fortbildung zu dem Thema. Da dau es nicht gelernst hast würde ich einen Arzt bitten in problematischen Fallen einfach "auch mal draufzuhören", und so ein Gespür zu entwickeln.
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"Aber der Leggo liebt Obduktionen. Er nennt sie die Blume..." "Nicht, wenn sie einen Kunstfehler nachweisen können" |
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#3 |
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Stammgast
![]() Registriert seit: 02.04.2006
Beiträge: 211
Ort: Paris
Aufenthaltsland:
![]() Beruf: Krankenpfleger
Bereich: Endoskopie
Funktion: Ausbilder klinischer Untersuchungskurs für Pflegekräfte
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Moin, moin!
Pneumonieproylaxe ist eine originäre Tätigkeit der Pflege und da Auskultieren der Lungen das Mittel der Wahl ist, um die Effizienz der pflegerischen Interventionen zu beurteilen gehört dies auch mit zu den originären Pflegetätigkeiten. Daher gehört es in den meisten Ländern in den Ausbildungskanon des Grundstudiums. Das dies in Deutschland nicht so ist, hat mich immer verwundert, wie will man den abschätzen, ob das was man tut, auch Erfolg hat? Warten, ob der Patient eine Pneumonie bekommt oder nicht??? Andererseits gehört schon etwas Übung dazu, einfach von euch zu erwarten, dass ihr das ohne jede Ausbildung macht halte ich für sehr fragwürdig. Eine praktische Einweisung und danach ausreichend Zeit, um das ganze zu üben ist auf jedenfall nötig! Was sagt denn die PDL dazu? Gruss hartwig |
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#4 |
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Senior-Mitglied
![]() Registriert seit: 21.03.2008
Beiträge: 183
Ort: Weinstraße
Aufenthaltsland:
![]() Beruf: Fachkinderkrankenschwester
Bereich: Neo-Intensiv
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n´Abend,
mag jetzt zwar ein kleiner Unterschied sein zu Normalstationen, aber da wo ich arbeite, ist es ganz klar selbstverständlich auch die Aufgabe des Pflegepersonals, die Kinder auszukultieren. Bei beatmeten Patienten sowieso, weil es Sinn macht, z.B. direkt nach dem Absaugen zu hören, ob alles Sekret rausgeholt werden konnte oder wie sich das Flowgeräusch unter Beatmung anhört. Oder ob eine seitengleiche Belüftung vorliegt oder Dystelektasen und Atelektasen sich öffnen. Oder ob es sich um ein obstruktives Problem handelt oder oder oder... Sowas schult doch auch und wenn ich dennoch unsicher in der Beurteilung bin, hol ich mir eine erfahrenere Kollegin oder Ärztin. Diese Berufsgruppe lernt das nämlich auch nur durch Üben und ich bilde mir ein, mitunter erheblich besser als Jungärzte beschreiben zu können, wie sich die Luftverteilung in der Lunge darstellt über das Stethoskop. ...und dann sagt mir das Teufelchen im Hinterkopf doch auch immer, wie ungemein professionell wir Pflegenden doch immer sein wollen... Für mich gehört auch dazu, daß ich mich (uns) selber für in der Lage befindlich sehen möchte, zu entscheiden (verantworten), ob sich eine Inhalation wohl anbietet und das ich das Medikament der Wahl auch mitbenennen kann. Wirkungen, Nebenwirkungen, Anwendungsweise, pflegerische Besonderheiten etc. inbegriffen.
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viele Grüße Karola1 |
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#5 |
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Stammgast
![]() Registriert seit: 17.02.2006
Beiträge: 308
Aufenthaltsland:
![]() Beruf: Kinderkrankenschwester zZt. FWB A&I
Bereich: Frühgeborenen- und Kinderintensiv
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Hallo!
Bei uns ist es auch üblich, das die Pflege die Kinder abhört. Neue Kollegen/innen und Schüler/innen werden angeleitet, z.B bei Besonderheiten dazugerufen um "auch mal drauf zuhören". Ich lass mir dann beschreiben, was sie gehört haben. Dann lass ich sie nochmal z.B. nach dem Absaugen drauf hören oder bei einem Kind ohne Lungenprobleme. Unsere Ärzte hören die Kinder auch meistens nur einmal am Tag ab, eben bei der Visite. Oder eben wenn "was ist". VG junni
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Spinat gelingt dann am Besten, wenn man ihn kurz vor dem Servieren gegen ein saftiges Schnitzel austauscht! |
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#6 |
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Newbie
![]() Registriert seit: 04.02.2009
Beiträge: 16
Aufenthaltsland:
![]() Beruf: Kinderkrankenschwester
Bereich: Kindernephrologie, Endokrinologie, Pädiatrie
Funktion: Praxisanleiterin
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Hmmmm, dann komme ich wahrscheinlich von einer sehr "verwöhnten" Station - ich wäre 11 Jahre lang nie auf die Idee gekommen mal ein Stethoskop in die Hand zu nehmen (ausser vielleicht zum Testen der Lage einer Magensonde).
Das ist dort einfach nicht üblich. Inhalationen waren wie gesagt als feste Medikation aufgeschrieben, und wenn der Arzt daran mal was ändern wollte hat er uns Schwestern informiert dass wir ihm kurz vor der nächsten Inhalation bescheid sagen sollten damit er das Kind nochmal abhören kann. Durchaus mehrmals am Tag. Naja, ich würde es schon gerne können und versuche auch oft zu üben, wenn es denn schon sein muss. Die Schülerinnen hier müssen es ja auch machen. Und ne Obstruktion oder Rasselgeräusche sind ja nun auch nicht so schwer rauszuhören ;) So unterschiedlich sind die "Sitten".... dafür haben auf meiner alten Station z.B. die Pflegekräfte alles i.v. gespritzt - das wäre dort keinem Arzt eingefallen! Und hier ist das wiederum genau andersrum. |
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#7 |
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Stammgast
![]() Registriert seit: 20.10.2007
Beiträge: 381
Ort: Hessen
Aufenthaltsland:
![]() Beruf: Krankenschwester, Studentin Pflegemanagement
Bereich: Akutgeriatrie
Funktion: stell. Vorsitzende der Mitarbeitervertretung
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Ich will mich ja nicht einmischen, bin auch keine Kinderkrankenschwester, möchte aber mal die Frage der Haftung ansprechen.
Eine Auskultation ist eine ärztliche Tätigkeit. Ärztliche Tätigkeiten können an Pflegende deligiert werden, z.B. Blutentnahmen usw. Es gibt jedoch auch - im juristischen Sinn - nicht deligierbare ärztliche Tätigkeiten, dazu gehört jede Art ärztlicher Untersuchungen zur Diagnosefindung. In jedem Fall kann eine Pflegeperson die Durchführung solcher Tätigkeiten verweigern. Sie sind ja auch nicht Inhalt ihrer Ausbildung! Klickt mal hier: index.jsp Ich würde mir aus haftungsrechtlichen Gründen sehr genau überlegen, ob ich solche Arbeiten übernehme. Bequem für die Ärzteschaft - im rechtlichen Sinne sehr bedenklich für das Pflegepersonal.
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Liebe Grüsse von Brigitte ![]() ![]() ![]() ![]() |
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#8 | |
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Stammgast
![]() Registriert seit: 02.04.2006
Beiträge: 211
Ort: Paris
Aufenthaltsland:
![]() Beruf: Krankenpfleger
Bereich: Endoskopie
Funktion: Ausbilder klinischer Untersuchungskurs für Pflegekräfte
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Zitat:
Moin, moin! Es geht hier nicht um eine Auskultation zur medizinischer Diagnostik, sondern um eine pflegerische Diagnostik im Sinne der Prophylaxe und das ist eine ureigenste pflegerische Aufgabe! Gruss Hartwig |
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#9 | |
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Stammgast
![]() Registriert seit: 20.10.2007
Beiträge: 381
Ort: Hessen
Aufenthaltsland:
![]() Beruf: Krankenschwester, Studentin Pflegemanagement
Bereich: Akutgeriatrie
Funktion: stell. Vorsitzende der Mitarbeitervertretung
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Zitat:
Ihr könnt auch mal hier anklicken: Pflegemesse Leipzig diskutiert Delegation ärztlicher Leistungen auf das Pflegepersonal Im Zweifelsfall haften die Pflegenden !
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Liebe Grüsse von Brigitte ![]() ![]() ![]() ![]() |
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#10 | |
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Senior-Mitglied
![]() Registriert seit: 21.03.2008
Beiträge: 183
Ort: Weinstraße
Aufenthaltsland:
![]() Beruf: Fachkinderkrankenschwester
Bereich: Neo-Intensiv
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Zitat:
hallo Sittichfreundin, lass mal die Kirche im Dorf ![]() wie schon geschrieben, wird bei uns, bei Junni, bei Hartwig und sicherlich noch bei vielen anderen in der (Kinder)klinik von Pflegekräften auskultiert. -Aber nicht zu diagnostischen Zwecken, sondern miteinschätzen zu können, -nicht weil die Ärzte zu bequem sind (dieses alte Totschlagargument könnte von mir aus gerne mal in den Müll geschmissen werden), sondern weil es für den Fortgang meiner pflegerischen Intervention relevant ist. Achtung Ironie: und immer wieder kommt es auch zum Äußersten und es findet Kommunikation zwischen mir und den ärztlichen MA statt, um zu besprechen, wie Auskultationsbefunde zu verwerten sind. - haftungsrechtlich bedenklich ... wie gesagt, lass mal die Kirche im Dorf...
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viele Grüße Karola1 |
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