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#1 |
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Junior-Mitglied
![]() Registriert seit: 01.09.2008
Beiträge: 53
Ort: Dortmund
Aufenthaltsland:
![]() Beruf: Kinderkrankenschwester
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Hallo Zusammen,
ich betreue gerade zwei ehemailge Zwillingsfrühchen der 27.SSW, die mittlerweile schon 7 Monate alt sind. ![]() Beide haben eine nasale Magensonde da die orale Nahrungsaufnahme nicht immer zufriendenstellend ist. Er mag keine Milchnahrung, schaufelt dafür umso lieber Brei und trinkt gerne Möhrchensaft und Tee, da sondieren wir nur noch nach wenn er nicht alles schafft. ![]() Sie hingegen war wesentlich länger geatmet als ihr Bruder, hat sich zweimal selbst extubiert und ist wirklich traumatisiert, sie läßt nichts an Ihren Mund, mag keinen Schnuller und nimmt oral praktisch nichts zu sich. Weder Milchnahrung, Brei, tee, Saft, leider hatten wir bisher keinen Erfolg das sie was zu sich nimmt. Heute hat sie zwar an dem Brei "gezuzelscht" und so mit Spucke dann auch 1 Löffel Brei heruntergespült, aber von Essen kann keine Rede sein. ![]() Sobald die Nahrung vom Mund Richtung Hals geht würgt sich so stark das die sondierte Nahrung sofort wieder raus kommt, beim 2. Löffel hab ich nur Ihre Lippen berührt udn sie würgte schon ganz extrem! Jetzt sind meine Kollegen und ich der Meinung "das wächst sich raus", einfach Zeit geben und abwarten das sie Appetit bekommt, aber mittlerweile hat sie schon verstanden: Egal ob ich esse oder nicht, mein Magen füllt sich trotzdem und satt bin ich ja auch nach dem sondieren. ( Ärzte denken bereits an eine PEG...ist doch viel zu früh, oder???) ![]() Sie melden sich auch nicht zu den MZ ( 6 mal/d) sondern verschläft sie... Haben hier vielleicht Kollegen ein paar Tipps wie man Ihr näher bringen kann das die orale Nahrungsaufnahme angenehm ist und sie eben auch sättigt und sie nicht nur schlechte Erinnerungen an das "Herummanipulieren am Mund" hat??? Danke! |
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#2 |
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Board-Moderation
![]() Registriert seit: 27.07.2005
Beiträge: 8.775
Ort: München
Aufenthaltsland:
![]() Beruf: Fachkrankenschwester I&I, Praxisanleiterin DKG, Rettungsassistentin, Diätassistentin
Bereich: Intensiv und Infektiologie
Funktion: SL
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Hallo Miss Eli,
habt ihr es schon mit basaler Stimulation versucht? Damit die Kleine etwas positives mit dem Essen verbinden kann? Vielleicht ist es aber auch die Magensonde, dass sie deshalb alles als schlimm empfindet und die PEG wäre nicht sooo falsch - die kann man auch wieder entfernen wenn sie nicht mehr nötig ist. Durch die PEG entfällt der "Reiz" im Rachen und das Schlucken ist einfacher/angenehmer. Bei den Erwachsenen kommt dies zumindest vor und viele Patienten empfinden diese als sehr unangenehm. Liebe Grüsse Narde
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Unglückliche Menschen sind glücklicher frei nach P. Watzlawick - Die Anleitung zum Unglücklichsein |
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#3 | |
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Poweruser
![]() Registriert seit: 29.05.2002
Beiträge: 9.924
Aufenthaltsland:
![]() Beruf: Krankenschwester, Fachkrankenschwester A/I, Praxisbegleiter Basale Stimulation
Bereich: Krankschreibung
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Eine orale Stimulation erscheint schwierig.
Zitat:
Das Problem wird aber woanders liegen. Essstörungen beginnen im Säuglingsalter - EssProbleme | Meine Essstörung und ich... Ansonsten gibt es spezielle Zentren in denen diese Art der Eßstörung behandelt wird: Essstörungen–Informationen für Betroffene, Angehörige, Fachleute und allgemein Interessierte Elisabeth |
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#4 |
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Poweruser
![]() Registriert seit: 01.09.2007
Beiträge: 1.038
Aufenthaltsland:
![]() Beruf: Krankenschwester
Bereich: OP
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Ich antworte jetzt einfach mal mehr als Mutter.
Habt ihr ihr schon einmal vorgemacht, wie das funktioniert mit dem Essen/Trinken? (Lernen durch Nachahmung) In welcher Atmosphäre findet die Nahrungsaufnahme statt? Und wie machen die Eltern mit? Je mehr man sich auf das Essen eingeben fixiert, desto schlimmer wird's auch. Muss an meine Oma denken: "Jetzt eß doch noch was, Kind!" ;-) |
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#5 |
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Junior-Mitglied
![]() Registriert seit: 01.09.2008
Beiträge: 53
Ort: Dortmund
Aufenthaltsland:
![]() Beruf: Kinderkrankenschwester
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Wir versorgen das Kind morgens und nachts, bei uns füttern wir die beiden Zwillis gemeinsam in ihrem Zimmer, im verlauf des Tages organisiert die Mama es das die Zwillis bei den MZ mit den Eltern und geschwistern zusammen in der Küche sind aber die Eltern essen zu anderen zeiten ( beide haben 6 MZ / Eltern essen eher mittag als 16 Uhr und eher Abendessen als 20 uhr)
Heute fragte mich die Mutter ob sie vielleicht einen zuckerfreien Lutscher holen könne, da die Kleine ja am Löffel Brei rumsaugt, auch wenn sie keinen Schnuller toleriert. Was meint ihr bzw. habt ihr bessere Anregungen? |
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#6 |
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Junior-Mitglied
![]() Registriert seit: 11.10.2006
Beiträge: 46
Ort: Stendal/Minden
Aufenthaltsland:
![]() Beruf: Gesundheits- und Kinderkrankenpfleger, Praxisanleiter
Bereich: onkologische Kinderstation / IMC
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Hallo Eli,
da dies wirklich eine sehr traumatisierte Patientin zu sein scheint, ist meiner Meinung nach das Wichtigste - was auch schon genannt wurde - sich Zeit für das Kind zu nehmen und dem Kind Zeit zu geben. Ich denke, dass hier nicht unbedingt die Nahrungsaufnahme das Problem des Kindes ist. Sie hat ja bestimmte Ressourcen ("zuzelscht" am Brei, schluckt Nahrung mit Speichel) - welche ja in gewisser Weise zur Nahrungsaufnahme beitragen. Viel mehr denke ich, dass die Sondenentwöhnung das Problem darstelllt. Soll heissen, wie Du schon erkannt hast, dass sie halt kein Hungergefühl hat - dies scheint bei Säugling mit Nahrungszufuhr durch eine Magensonde oder Ähnlichem das größte Problem zu sein. Bei uns in der Klinik versuchen wir sozusagen zwei "konservative Therapieformen" neben der invasiven Therapie (Magensonde) durchzuführen. Die eine wäre die, welche ihr sozusagen gerade durchführt. Das heißt mit Geduld immer wieder dem Kind Nahrung zuzuführen bis es den Schluckmechanismus von selbst durchführt und die selbständige Nahrungsaufnahme duchführt. Vorteil: Man versucht dem Kind auf physiologischer Art und Weise bei zu bringen, wie man die Nahrung aufnimmt. Nachteil: Zeitfaktor, Kosten, evtl. Beeinflussung der Entwicklung des Kindes. Die andere - von mir bevorzugte Methode - wäre die, dass man versucht dem Kind das Hungergefühl wieder nahe zu bringen. Dazu muss man natürlich das Kind ersteinmal Hunger verspüren lassen. Was bedeuten würde, einige Mahlzeiten weg zu lassen oder die Mengen der sondierten Mahlzeiten zu reduzieren. Man kann versuchen, dass sich die kleine Patientin aufgrund von Hunger zu gewissen Zeiten meldet. Sollte dies der Fall sein, hat man schon mal ein erstes Ziel erreicht. Dann kann die orale Stimmulation erfolgen - bleiben dort die willkürlichen Schluckversuche aus, ist es wichtig trotz Sondierung die orale Stimmulation durchzuführen (das Kind merkt:`Wenn ich schlucke bzw. etwas im Mund habe werde ich satt!`). Vorteil: ggf. schnellere Therapieerfolge Nachteil: ggf. "Fehlernährung" und Untervorsorgung des Kindes, intensivere medizinische Kontrollen Abschliessend würde ich aber sagen, dass es sehr schwer ist, eine Therapie vorzuschlagen, wenn man das Kind nicht kennt. Gewohnheiten und Besonderheiten des Kindes kann man nur "vor Ort" einschätzen und beachten. Hier im Forum kann man dies aufgrund des geringen Informationsaustausches nur schlecht bis garnicht beurteilen welches eine gute und welches die beste Art und Weise ist, dem Kind die natürliche Nahrungsaufnahme bei zu bringen. Ich finde die Idee mit der PEG fragwürdig, kann aber auch die Mediziner verstehen. Mit besten Grüßen Oliwaes P.S: Die Sache mit dem Lutscher ist meiner Meinung nach keine gute Idee!
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Wo kämen wir hin, wenn alle sagten, wo kämen wir hin, und niemand ginge, um einmal zu schauen, wohin man käme, wenn man ginge.
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#7 |
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Junior-Mitglied
![]() Registriert seit: 01.09.2008
Beiträge: 53
Ort: Dortmund
Aufenthaltsland:
![]() Beruf: Kinderkrankenschwester
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Also, ich wollte euch nur mal auf dem Laufenden halten:
Er hat seit 1 Woche keine Magensonde mehr, isst wie ein Weltmeister Brei, nimmt schön zu und alle sind happy das die Magensonde weg ist! Sie hingegen bereitet uns weiterhin ein paar Problemchen:keine orale Nahrungsaufnahme, meldet sich nicht zu MZ, spuckt/erbricht regelmäßig (egal wie langsam man sondiert), und scheint zufrieden zu sein. Einziger Hoffnungsschimmer: Sie kaut/beißt gerne auf Papas Finger rum, das macht ihr wohl echt Spaß, sie würgt nicht und nix, aber wehe Papa taucht den Finger vorher in Milch, Brei, Erdbeer-Fruchtzwerg, dann wird sie sauer, würgt aus lauter stress und nimmt den Finger erst wieder wenn papa nix am Finger hat. Einen Schnulli toleriert sie auch nicht.(egal welche) Bei den Saugern wurde auch bereits alles ausprobiert, jede Marke, Lochgröße und Form, sie nimmt nix an. Sooo, dann haben meien Kollegen und ich gemeinsam beschlossen sie mal einer 24-h-Nahrungskarenz zu unterziehen um sie mal hunger verspüren zu lassen. haben ihr nur zu jeder MZ 20 ml tee und ihre medis sondiert udn einen Fütterungsversuch gemahct wenn sie sich gemeldet hat. Und das Ergebnis: Pustekuchen, Madame meldet sich nicht, trinkt nix oral und hat die ganzen 24 h selig geschlafen oder in Wachphasen Späßchen gemacht. keine schlechte Laune, aber ein Magenknurren wie eine Große, nur gegessen eben nicht!!! Ach ja, und aus lauter Stress beim Sondieren /bzw. vorher nochmal sie Magensonde gezogen und auch der darauffolgende Fütterungsversuch ohne Magensonde hat nix gebracht. Ab heute wieder ihre gewohnten MZ mit Fütterungsversuch ( sie wurde kurz vor 8 alleine wach!!), vater beruhigt das es Tochter gut geht und alles läuft wie bisher, schade eigentlich, wir hatten uns mehr erhofft. Und zum Thema Umgebungsgestaltung: die Kleine sieht immer zu wie der bruder isst, ist viel in der Küche und auch bei den Mz der Familie mit am Tisch, dass heißt sie weiß schon wie es theoretisch geht, meine ich!! Und so schauen wir weiter, entweder es macht irgendwann klick oder es wird eine Tortour mit dem Essen werden bei ihr! LG Miss_Eli!
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#8 |
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Poweruser
![]() Registriert seit: 29.05.2002
Beiträge: 9.924
Aufenthaltsland:
![]() Beruf: Krankenschwester, Fachkrankenschwester A/I, Praxisbegleiter Basale Stimulation
Bereich: Krankschreibung
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Wieso wird kein Fachmann hinzugezogen? Was sagt der Hauskinderarzt?
Elisabeth |
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#9 |
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Junior-Mitglied
![]() Registriert seit: 01.09.2008
Beiträge: 53
Ort: Dortmund
Aufenthaltsland:
![]() Beruf: Kinderkrankenschwester
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In der kinderklniik heißt es "Jaaa, traumatisiert, die macht sich schon, wenn nicht, na dann PEG"
Der Kinderarzt: "Ist ja noch jung, zeit geben, aber ich habe da nicht die Expertenahnung, lieber Ärzte fragen die es besser wissen " - eben die Ärzte der Kinderklinik in der sie sich seit geburt an 6 monate befand. Also Ärzte denken manchmal in sehr einfachen Strukturen, meine ich!
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#10 |
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Poweruser
![]() Registriert seit: 29.05.2002
Beiträge: 9.924
Aufenthaltsland:
![]() Beruf: Krankenschwester, Fachkrankenschwester A/I, Praxisbegleiter Basale Stimulation
Bereich: Krankschreibung
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Wie sehen die Eltern dies? Man kann eine Kinderklinik auch um eine Überweisung in ein spezielles Zentrum bitten.
Elisabeth |
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