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#1 |
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Poweruser
![]() Registriert seit: 15.02.2002
Beiträge: 936
Ort: Kassel
Aufenthaltsland:
![]() Beruf: AN-Pfleger
Bereich: in Rente
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Hallo,
was versteht man unter Affektkrämpfen bei Kindern ?? Und wann treten sie auf ??
__________________
Liebe Grüße Hyronimus von Rabenzahn |
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#2 |
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Newbie
![]() Registriert seit: 12.11.2002
Beiträge: 9
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Hallo Rabenzahn!
Für Affektkrämpfe gibt es noch andere Bezeichnungen: Respiratorische Affektanfälle, breath-holding spells, Schreikrämpfe, Wegbleiben, Wegschreien, Wutkrämpfe. Affektkrämpfe sind anfallsartige Bewußtsseinsstörungen - gelegentlich mit krampfartigen Erscheinungen - die durch unangenehme Reize (Affekte) ausgelöst werden. Solche Affekte sind sowohl körperliche Schmerzempfindungen jeder Art als auch psychische Verletzungen, die Enttäuschung oder Wut bei den Kindern hervorrufen, etwa bei Verboten oder Strafen. Affektkrämpfe kommen bei Kindern im Alter von 6 Monaten bis 4 Jahren vor, bevorzugt im 2. und 3. Lebensjahr, selten schon in den ersten Lebensmonaten oder noch im Schulalter. Bei etwa einem Viertel der betroffenen Kinder kommen Affektkrämpfe auch bei Geschwistern vor oder wurden in der Kindheit bei den Eltern gesehen. Die Affektkrämpfe sehen wie folgt aus: Den Beginn des Anfalls erkennt man oft schon am erschreckten oder wütenden Gesichtsausdruck des Kindes. Es folgt meist ein sich steigerndes Schreien über einige Sekunden, das dann plötzlich abbricht. Bei manchen Kindern bleibt das Schreien auch aus oder es kommt nur zu einem Ansatz zum Schreien. Nach einer Ausatmung hält das Kind den Atem an, versteift sich meist anfangs, wird blaß, die Lippen oft bläulich ("zyanotisch"), dann bewußtlos und fällt schlaff hin. Nach einigen Sekunden bis Minuten kommt es wieder zu sich, ist dann meist erschöpft, gelegentlich schlafbedürftig. Bei längerer und tieferer Bewußtlosigkeit können auch Verkrampfungen - meist kurze tonische Streckkrämpfe, gelegentlich auch Zuckungen (Kloni) - vorkommen. Außer diesen oft sehr dramatisch verlaufenden "blauen" Affektkrämpfen kommen auch "blasse" Affektanfälle ("Reflexsynkopen") vor, veranlaßt durch Schmerzen etwa bei einem Stoß des Kopfes gegen eine Tischkante, oder auch nur einen Schreck. Dabei bleibt das Schreien meist aus, oder es kommt nur zu einem kurzen Aufschrei, und die Kinder sacken blaß und bewußtlos auf den Boden. Die abnorme Erregung des Kindes bewirkt einen krampfartigen Verschluß der Stimmritze mit Atemstillstand. Schon dadurch kommt es zu einem Sauerstoffmangel, erkennbar an der Blausucht ("Cyanose"). Die Erregung bewirkt außerdem - über das "vegetative" Nervensystem - eine Kreislaufstörung durch Abfall des Blutdrucks und eine Verlangsamung des Herzschlags. Alles zusammen verursacht über eine verminderte Sauerstoffversorgung des Gehirns die Bewußtlosigkeit. Die gelegentlich auftretenden Streckkrämpfe, verbunden oft auch mit einigen Zuckungen (Kloni), sind durch den Sauerstoffmangel bedingt ("anoxische" Krämpfe) und keine epileptischen Anfälle. Die Anfälle hören in einigen Monaten oder Jahren spontan auf, in der Regel spätestens im fünften Lebensjahr. Ich hoffe ich konnte dir weiterhelfen Lucy |
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#3 |
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Newbie
![]() Registriert seit: 08.11.2006
Beiträge: 2
Aufenthaltsland:
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Hallo,meine tochter war heute bei dem Einschulngstest und da sie unter anderem Affektkrämpfe bekommt war das auch Gesprächsthema. Man hat mir jetzt nahe gelegt das ich mit meiner Tochter zum SPZ gehen soll um sie auf Medikamente und/oder auf eine Therapie einstellen zulassen. Gleichzeitig wurde ein Antrag zur testung der sonderpädagogischen Förderung gestellt. Das war für mich auch nochmal ein Anlss mich auf den neusten stand zubringen. Nun habe ich oft (nahezu in jedem Bericht) gelesen das diese affektkrämpfe meistens im 5 Lebensjahr aufhören.
Da meine tochter 5 J. alt ist frage ich mich natürlich: 1. Ist das alles überhaupt noch nötig? (hat ein ausgeprägtes Krankheitsbild in anderen bereichen/macht schon genug mit) 2. Bringt das überhaupt was bei den Anfällen auf eine Sondergeförderte Schule zugehen?(ist ja keine behinderung) 3. Wie sicher ist es das diese Affektkrämpfe im 5.Lebensjahr (oder kurz danach) aufhören? 4. Hat jemand ein Kind aufgrund der Affektkrämpfe in einer Sondergeförderten Schule oder in einer GU-Schule? Ich würde mich über Rückmeldungen sehr freuen...danke und lieben Gruß dotter30 |
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#4 |
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Stammgast
![]() Registriert seit: 02.09.2006
Beiträge: 276
Ort: Elmstein-Pfalz
Aufenthaltsland:
![]() Beruf: Kinderkrankenschwester
Bereich: interdisziplinäre Kinderintensivstation
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Hallo dotter 30!
Ich kann mich meinen Vorrednern nur anschließen, diese Affektkrämpfe deiner Tochter kommen tatsächlich häufig nur im Kleinkindalter vor, selten aber auch über dieses Alter hinaus, es ist aber hervorzuheben, dass es keine zerebralen Krampfanfälle sind, die genaue Pathogenese hier zu erklären wäre aber denke ich zuviel des Guten! In welchen Situationen tritt denn bei deiner Tochter der Affektkrampf typischerweise auf? Was meint der Pädiater dazu? Ich sehe keinen Grund dafür, dass deine Tochter auf eine Sonderschule mit spezieller Förderung gehen sollte, da die Krämpfe meist spontan aufhören bzw. ohne Medikamente (z.B. durch Kältereiz) zu unterbrechen sind und auch absolut nicht mir einer Epilepsie gleichzusetzen sind! Auf jeden Fall würde ich noch einmal mit dem Kinderarzt deiner Tochter sprechen! Liebe Grüße
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nadl.b |
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#5 |
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Newbie
![]() Registriert seit: 08.11.2006
Beiträge: 2
Aufenthaltsland:
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Hallo nadl.b
danke für die schnelle Antwort.Die Anfälle treten oft bei Angst und Wut auf. Die meistens durch eine Handlung einer zweiten Person ausgelöst werden. Und wenn es dann anders läuft als von ihr geplant. kleines Beispiel: Wir sind zum Fahradfahren ins Feld bzw auf die feldweg gegangen mit der älteren Schwester.Die 2 Mädels sind mit den Rädern gefahren und ich bin daneben etwas gejoggt (eher scheller gegangen). Ich sollte hinter ihr bleiben aber da sie sehr oft anhielt bin ich langsam an ihr vorbei und hatte sie angespornt weiter zufahren. Sie ist total ausgeflippt.Ist nicht Ohnmächtig geworden. Anfallsdauer ca 15-20min. Wir sind dann nach Hause sie wollte schlafen. Konnte sich nachher an nichts mehr erinnern. Habe heute auch mit der Leiterin unserer Kita gesprochen (ist ein Intigrativer) und die Situation in der Schule geschildert. Man hat mir da auch von dem Antrag auf Sonderförderung abgeraten. Aber ich sollte mit meiner Tochter aufjedenfall im SPZ vorstellen. |
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#6 |
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Newbie
![]() Registriert seit: 28.07.2006
Beiträge: 26
Ort: Deutschland
Aufenthaltsland:
![]() Beruf: Gesundheits- und Krankenpflegerin
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Hallo dotter 30!
vielleicht sollte mal ein eeg gemacht werden bei deiner tochter , und sie hat doch epilepsie. Aber ich denke nicht, dass sie auf die Sonderschule muss , höchstens in ne Intergrative Schule. Aber therapie sollte sie trotzdem auf jeden fall machen. diese anfälle, wenn sie denn welche affektanfälle sind, können zu Entwicklungsstörungen führen. hatte mal ein Fall in der Kinderpsychiatrie. Bekam unter anderem Antiaggressionstraining. Am besten mal ambulant bei einer kinderpsychiaterin die Therapie anfangen, auch um den Alltag zu begleiten und die Entwicklung zu beurteilen. LG , Eve PS: Kann dich gut verstehen, ist zwar ne schwere Phase, die du mit deinem Kind mitmachst., aber dafür bekommst du viel zurück! |
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#7 |
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Newbie
![]() Registriert seit: 26.04.2007
Beiträge: 3
Aufenthaltsland:
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Huhu,
ich habe so ein Mädchen auf der Arbeit. Sie ist zwei Jahre alt und zeigt dieses "wegschreien" seit einiger Zeit. Sie lebt bei uns in einer Pflegefamilie. Bei ihr tritt dieses immer auf wenn sie nen "Bock" schiebt. Also wenn sie ihren Willen nicht bekommt, müde ist, hunger hat oder sonstiges. Dem vorweg geht immer weinen und jammern. manchmal kriegt man noch gut die Kurve. Aber heute ist sie nur kurz gefallen ohne Verletzungen oder so einfach auf den Teppich und da sie eh wegen dem Klogang ungnädig war hatte ich den Salat. Ich muss sagen das macht einen echt Angst. Sie weint ganz laut und holt Luft und Luft und Luft aber atmet nicht mehr aus. Die Augen haben sich total verändert sie hat sich zurück geworfen, wurde blau und krampfte leicht. Ich hatte echt Angst das sie sterben könnte. Kenne mich damit nicht so aus. nach ein paar Sekunden war sie wieder da und sehr schlaff........... Da sie einmal einen heftigeren Anfall hatte wo sogar der Herzschlag kaum mehr spürbar war wurde sie für 1 Woche in der Klinik untersucht. Ich weiß jetzt nicht ob sie das mit den Affektkrämpfen dort gegenüber meiner Chefin erwähnt haben (frage das nochmal nach) aber sonst ist sie wohl gesund und es wurde gesagt das es psychisch ist. Vermute das es dann doch dieser "Affektkrampf" ist. Nun habe ich aber Angst das sie einmal keine Luft mehr holt etc. Was kann ich dann da machen? uns wurde der Tip gegeben mit Kälte zu arbeiten. Notfalls auch unter kaltes Wasser etc. Sollte man das mit der Kälte (also was aus der Truhe will sie ja nicht mit Wasser quälen ) gleich anfangs machen wenn man das Gefühl hat sie "bockt" sich da fest. Was gibt es noch für Ideen für Verhaltensweisen? Bin heut deshalb etwas durcheinander weil es der erste Anfall war den ich gesehen habe
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#8 |
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Stammgast
![]() Registriert seit: 02.09.2006
Beiträge: 276
Ort: Elmstein-Pfalz
Aufenthaltsland:
![]() Beruf: Kinderkrankenschwester
Bereich: interdisziplinäre Kinderintensivstation
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Hallo Jumpy!
Ersmal herzlich Willkommen hier im Forum!!! Das du etwas geschockt bist, kann ich gut verstehen, das erste Mal ein krampfendes Kind zu sehen, kann ganz schön einflößend sein! Wo genau arbeitest du denn? Auch wenn das Kind schon mal zur Diagnostik im KH war, sollte auch dieses Ereignis unbedingt von einem Pädiater abgeklärt werden! Wir können dir hier leider nicht sagen ob dies ein Affektkrampf war, das wäre eine Ferndiagnose, und die können und dürfen wir hier nicht stellen! Liebe Grüße
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nadl.b |
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#9 |
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Newbie
![]() Registriert seit: 26.04.2007
Beiträge: 3
Aufenthaltsland:
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Hi,
danke für deine Antwort. Ich bin Erzieherin in einer Familie die Pflegekinder aufnimmt über einen Träger, wenn diese in ihrem Herkunftsumfeld nicht mehr leben können. Das keine Ferndiagnosen gestellt werden können ist mir bewusst. Es war nur auch sehr beruhigend zu lesen, und es kam mir so vor als ob der Ersteller genau das Kind beschreibt. In der Klinik wurde wie gesagt vermittelt das nichts machbar wäre da es psychisch ist. Eine vorstellung beim Psychologen soll noch erfolgen. Ob im KH "Affektkrampf" auch diagnostiziert wurde werde ich nochmal erfragen. Beruhigend und für mich auf einen Affektkrampf hinweisend sind die ganzen Bsp. die hier angeführt worden sind weil sie im Prinzip genau das beschreiben was wir auch erleben. Die extremen Fälle sind zur Zeit weniger. Oft ist es auch nur ein weinen wenn der Willen nicht bekommen wird mit kurzer Ausatemproblematik (luft anhalten) und dann atmet sie weiter und beruhigt sich auch wieder. Was ist ein Pädiater? Sorry kenn mich mit den Fachwörtern nicht so aus. Für mich als Erzieherin ist halt wichtig wie ich mich am besten verhalte. Der erste Anfall war aufjedenfall für mich schlimm wobei er sicherlich nur wenige Sekunden war. Aber auch das mit dem Kälteschock ist mir in dem Moment nicht eingefallen. Man ist echt wie gelähmt in dem Moment und ich kann nicht sagen das ich keine Panik hatte. Hoffe dsa ich nächstes mal ruhiger bin. Und wenn es vom KH als Affektk. diagnostiziert bzw. dieses geahnt wird denke ich werde ich auch etwas entspannter sein da ja gesagt wird das sie wieder atmen nach ner Zeit. oder gab es schon Fälle wo dem nicht so war? |
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#10 |
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Junior-Mitglied
![]() Registriert seit: 23.03.2007
Beiträge: 61
Ort: S-H
Aufenthaltsland:
![]() Beruf: Arzthelferin / Gesundheits- und Kinderkrankenpflegerin
Bereich: interd. Station (einfach alles)
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Ein Pädiatrer ist ein Kinderarzt!
![]() Hoffe hier kann dir noch wer weiterhelfen! *knuddel*
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Liebe Grüße Sunny |
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