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Alt 08.07.2009, 13:31   #1
Stammgast
 
Benutzerbild von matziqlb
 
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Beruf: Dialysepfleger
Bereich: PHV Dialyse seit 1998
Funktion: stellv. Stationsleitung, Praxisanleiter, MPG-Beauftragter, Krisenintervention
Standard Tod während Behandlung

Hallo Leute,

ich möchte heute mal ein etwas sensibleres Thema beginnen. Wer hat von euch schon einmal einen Patienten während der HD verloren also sprich bei wem verstarb schon ein Patient unter der HD?

Wie seit ihr damit umgegangen?

Habt ihr lange reanimiert?

Wie reagierten die umliegenden Patienten darauf?

Mein erster "Toter" unter der Dialysebeahndlung liegt nun schon gut 10 Jahre zurück und ich selber empfand es als schrecklich. Die Patientin war multimorbid und wir haben eine gute halbe Stunde reanimiert und der Arzt intubiert.
Trotz sofortiger Wiederbelebungsmaßnahmen, konnte nur noch der Tod festgellt werden aber für mich brannte sich dies Erlebniss halt ein.

Heute sehe ich das ganze gelassener, fachlicher, ruhiger. Ich funktioniere einfach und bin, wenn es mal passiert, die ruhe in Person.
Der Reanimationspflichtige Patient wird bei uns mittels Spanischer Wand abgeschirmt, so das die anderen fünf im Raum halt nicht alles sehen, auch wenn sie es eh mitbekommen.

Ein Kollege retransfundiert, ein Kollege reanimiert mit dem Arzt und ein Kollege ist halt Springer und reicht Medikamente.

Mich interessiert halt mal wie diese, doch unangenehme Situation in euer Dialyse gehandhabt wird.

Euer Matze
__________________
Geht nicht, gibts nicht!
matziqlb ist offline  
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Alt 14.07.2009, 21:50   #2
Senior-Mitglied
 
Benutzerbild von lops15
 
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Bereich: Nephrologie
Standard AW: Tod während Behandlung

Zitat:
Zitat von matziqlb Beitrag anzeigen
Ein Kollege retransfundiert, ein Kollege reanimiert mit dem Arzt und ein Kollege ist halt Springer und reicht Medikamente.
Hallo matziqlb,
bei aller ruhiger, fachlicher, funktioneller Gelassenheit mit der Du das Schema einer Reanimation schilderst, solltest Du bitte das "Reinfundieren" weglassen.
Bei Herz- und Atemstillstand wird nicht reinfundiert! Oder ist in jedem Fall die Ursache des Notfalls bekannt?
Kann das Blut im Schlauchsystem und im Filter nicht selbst den Ausschlag gegeben haben? (Hämolyse, Luft, Mikroschaum, Medikamente, Hartwasser, bioinkmpatible Lösungsmittel und Weichmacher die aus den Materialien der Filter und Schläuche gelöst wurden und....)
Also bitte nicht reinfundieren. Eher blutig abhängen und bei Bedarf Volumen geben. Die 200 ml Blutverlust spielen in so einem Moment überhaupt keine Rolle.

Mit freunslichen Grüßen
Lops15
__________________
Gar nicht krank ist auch nicht gesund. (Karl Valentin)
lops15 ist offline  
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Alt 15.07.2009, 20:49   #3
der_dude
Gast
 
Beiträge: n/a
Standard AW: Tod während Behandlung

ich finde das thema sehr gut gewählt.
gott sei dank kommt es extrem selten vor, das einer am gerät stirbt, oder
kurz nach der behandlung.
aber es ist sehr unangenehm, weil einem die frage quält, ob man es nicht verhindern konnte.
bei uns ist es genau wie in quedlinburg...fast 1:1! das "rea-programm" wird abgespult
einer trennt den patienten von der maschine, nach blutrückgabe,
zwei reanimieren, und der arzt gibt komandos, injeziert medis, und hält den defi bereit.
danach, ob erfolg oder misserfolg gibt es immer eine reflektion der situation, und sehr gute psychische betreuung durch erfahrenes personal, oder durch unsere ärzte

blutrückgabe bei uns mit der begründung des arztes: der patient benötigt jeden verfügbaren sauerstoffträger( Hb = im Blut).

die häufigste ursache für eine rea in der dialyse ist nun mal auf herz- kreislauf zurückzufüren. und da brauch man blut.

hartwassersyndrom, microschaum...ist zwar technisch nicht mehr möglich...
unangenehm, aber man wird dadurch nicht rea-pflichtig.
bio-inkompatibilität und allergien sind so so so selten...ich habs noch nie erlebt
 
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Alt 19.09.2009, 17:47   #4
Newbie
 
Benutzerbild von Graf Zahl
 
Registriert seit: 04.03.2009
Beiträge: 13
Ort: NRW
Aufenthaltsland:
Beruf: Krankenpfleger
Bereich: Dialyse
Standard AW: Tod während Behandlung

Hallo,

was wäre denn wenn die Ursache der Herzrythmusstörungen eine Hyperkaliämie aufgrund von Hämolyse gewesen wäre, dann infundiert ihr das hyperkaliämische Blut dem Patienten??? Dann könnt ihr den Defi gleich in der Ecke stehen lassen! Durch Hyperkaliämie auftretende HRS sind mit Kardioversion nicht zu therapieren bevor man diese nicht beseitigt hat.
Es wäre wohl besser dem Patienten das fehlende Volumen in Form von NaCl oder einer Vollelektrolytlösung zurückzugeben.
Ich schätze mal Matze hat reichlich Intensiverfahrung, denn sonst mag ich kaum daran denken was das für eine Dialyse ist in der man Reanimationstechnisch Erfahrung/Routine sammeln kann?!?
Ich habe 8 Jahre auf einer internistischen 16-Betten Intensiv gearbeitet, und das ich Routine entwickelt habe hat mehrere Jahre gedauert.
Das Thema ist gut, aber...

trotzdem!

Glück Auf!

Graf Zahl
Graf Zahl ist offline  
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Alt 21.09.2009, 08:43   #5
Stammgast
 
Benutzerbild von matziqlb
 
Registriert seit: 29.07.2006
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Beruf: Dialysepfleger
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Funktion: stellv. Stationsleitung, Praxisanleiter, MPG-Beauftragter, Krisenintervention
Standard AW: Tod während Behandlung

Hallo Graf,

war vorher in der Anästhesie.
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matziqlb ist offline  
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